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1.BL: Glück ist Geschick17.09.2009
Der Ball rollt wieder: Die Bundesligasaison 2009/10 hat mit dem Auftakt-Spieltag beim Aufsteiger Tempelhofer MV aus Berlin begonnen.

Die Tempelhofer Beton-Anlage ist zwar vielen aus früheren Jahren bekannt - hier fanden unter anderem die Abt.1 DM 1992, die Bundesrangliste 1994 und der BLVK 1995 statt. Über die Jahre hat sich allerdings sowohl an den Bahnen, als auch im Bereich Ballmaterial einiges getan. Seit der Beschleifung der Bahnen sind an Bahn 4 und 18 Vorbänder entspannt spielbar und damit zwei wesentliche Hürden beseitigt. Eine echte Herausforderung stellt einzig die Bahn 15 dar - mit giftigem Grat und Zug vor dem Hindernis, massivem Gefälle danach und rustikalem Endkreis am Ende, zeigte sie vielen Aktiven ihre Zähne.

Vorteil für Hardenberg: Mit Uwe Ludwig hatte man einen Berliner und Ex-TMVer in den eigenen Reihen, der die Anlage wie seine Westentasche kennt und diese bereits weit im Vorfeld intensiv austrainieren konnte. An drei Wochenenden wurden diese Ergebnisse zusätzlich noch verifiziert und verfeinert, so dass man sich sicher war, diesen Spieltag zu gewinnen. Ziel: Ein grüner Mannschaftsschnitt.

Einziges Manko - der Wetterbericht! Nach durchgehend gutem Wetter an den 3 Trainingstagen, war für den Sonntag eher die feuchte Variante angesagt und pünktlich um 8:00 Uhr setzte auch der erste Nieselregen ein. Trotzdem zeigte das Team von Beginn an eine hervorragende Leistung und mit T. Greiffendorf (29), U. Ludwig (27) und W. Erlbruch (25) - im übrigen Bahnrekord - brachte man es schließlich auf 173 Schläge für den Auftakt-Durchgang. Eigentlich war zu erwarten, dass man damit alle weiteren Teams um mindestens 10 Schläge distanzieren würde - überraschend daher, dass Dormagen-Brechten lediglich 4 Zähler dahinter lag. Schon vom Start weg war jedem klar, dass es nur für ein Turnier über 3 Runden reichen würde - mit jeder zusätzlichen Unterbrechung wurde sogar der erste 2-Runden-Wettkampf der Liga immer wahrscheinlicher. Nachdem Hardenbergs Nummer 2, U. Ludwig, seine Runde 2 beendet hatte, dann die erneute Regenunterbrechung - diesmal aber ein wirklich heftiger Regenguss. Jetzt stand überall das Wasser und die Bahnen waren bei anhaltendem Nieselregen nicht mehr ohne weiteres trocken zu legen. Kurz darauf tatsächlich die Entscheidung über eine Turnierverkürzung bei den Herren auf nur 2 Runden. Jetzt wurde es wirklich eng! Greiffendorf, Ludwig und Koziol gaben mit ihren 31er Passen insgesamt 8 Schläge auf Dormagen-Brechten (29, 28, 28) ab und urplötzlich war man 4 Schläge hinter dem engsten Konkurrenten. Und auch auf der Anlage sah es zu diesem Zeitpunkt nicht rosig aus. Allerdings konnte W. Erlbruch, trotz eines Drass an Bahn 17, zwei Schläge zurückerobern. Jetzt kam alles auf die Schlussspieler A. Geist und H. Erlbruch an: Geist lag zwar nach den ersten 9 Bahnen zurück, konnte aber mit seinem Ass an der witterungsbedingt extrem kritischen Vorbanden-17 noch zum 30 zu 30 ausgleichen. Zum gleichen Zeitpunkt das Duell zwischen H. Erlbruch und M. Möller. Die Hardenberger 6 liegt an Bahn 15 oben, kann den schwierigen Doppelbanden Putt aber sensationell verwandeln. Möller zeigt Nerven, benötigt vier Schläge - Ausgleich! Da die 16 eigentlich eine tote Bahn ist muss Bahn 17 die Entscheidung bringen. Erlbruch gelingt ein ordentlicher Schlag, der leider knapp rechts am Loch vorbei geht - Zwei! Doch wie wird der Dormagen-Brechtener die knifflige Situation meistern? Rechts vor das Hindernis: Kann er den zweiten Schlag nicht verwandeln reicht es zum Gewinn. Vorbei! Und der erste Sieg für die Pötter in der Saison 09/10 ist Gewissheit. Wie sagte schon die alte Frau Hufschmidt: "Glück ist Geschick!"

Bei den Damen leider eher unspektakuläres: Die Liga ist nach dem Rückzug von Neutrauling noch schwächer besetzt als in den Vorjahren - ein Durchmarsch der Mainzer Damen fast schon vorprogrammiert. Einzig das Team aus Göttingen wird wohl in der Lage sein, den Titelverteidigerinnen ein Bein zu stellen. Am Ende dann auch ein erwarteter, wenn auch knapper Sieg für Mainz vor Göttingen - die drei anderen Mannschaften mit deutlichem Abstand auf den Plätzen. Die Aufsteigerinnen aus Cuxhaven werden es wohl schwer haben - lediglich Neuverpflichtung N. Warnicke zeigte Bundesligatauglichkeit, die restliche Mannschaft um die Deutsche-Ranglisten-Erste A. Reinicke zeigte sich deutlich überfordert.


(Un)sportlich:

Da tauchen nach einem Jahr Abstinenz und ausführlicher Diskussion doch wieder die "Kleidung zerstörenden" Sicherheitsnadel-Startnummern auf - Mangelhaft!

Wir leiden mit "Mama" Löschmann, deren Anreisegeschwindigkeit am Turniertag drastisch durch eine Zivilstreife gebremst wurde.

Für die, die immer noch grübeln: Die RBF ist natürlich die "Rote Bärchen Fraktion"

Überraschender Gast am Turniertag Ex-Bundestrainer Rainer "Usti" Kunst - inzwischen übrigens Golftrainer.

Bedenklich: Fünf der insgesamt 19 Damen gehören bereits dem Seniorenbereich an - dafür findet man keine einzige Nachwuchshoffnung am Start.

Bei aller Liebe zum Rustikalen - einige Bahnen der Anlage am Hanielweg sind an der Grenze der Bespielbarkeit angekommen. Für unsere Freunde vom TMV liegt daher bis zur DJM im nächsten Jahr einiges an Arbeit vor der Tür. (Anm. d. A.: Icke find die Bahn super!)

Restaurant-Tipp: Tratoria da Franco - Finckensteinallee 58 - 12205 Berlin Steglitz.
Valpolicella Classico. Ripasso "Le Bine" 2007 mit duftigem Bouquet aus saftigen Kirschen, roten Johannisbeeren und Brombeeren. Am Gaumen ein gar nicht so schwerer und ungemein saftiger Wein. Vorspeisen-Tipp: Carpaccio von Scampis und Jakobsmuscheln


Von der Company gespielt:

Bahn 2: Erbach - Prototyp
Bahn 7: H4
Bahn 8: H4
Bahn 9: Olten (Baumer-Lack)
Bahn 11: H4
Bahn 12: Orange Punkt
Bahn 13: Prototyp - schwarz
Bahn 15: Karoline Karlson, Olten (Baumer-Lack)
Bahn 16: H4


» Ergebnisliste des 1. Spieltags ( PDF, ca. 60 KB)
» Impressionen vom Spieltag
Autor: uweL.
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