um Abschluss der 2009er Spielzeit fand am vergangenen Wochenende der zweite Bundesligaspieltag der Saison 09/10 in München statt. Eigentlich unüblich: Ein Termin im November und nach dem Europacup – aber durch die Loslösung vom üblichen Terminkalender, die Möglichkeit für andere Aktive einen Spieltag live zu verfolgen und wie sich herausstellen sollte auch die Chance für den Verband einen Schiedsrichterlehrgang und eine Dopingkontrolle durchzuführen. Natürlich kam für diesen Termin nur eine Indoor-Maßnahme in Frage und mit der relativ neuen Halle der Betreiber „Inside Minigolf“ in München fand sich auch ein idealer Austragungsort.
Die Eternit-Bahnen sind mit den typischen Fun-Sports Plastikhindernissen bestückt und relativ plan verlegt. Einige der verarbeiteten Verbundfaserplatten sind allerdings eher 2. Wahl und sorgen mit ihren unkalkulierbaren Spuren für den nötigen Spielspass – hier speziell Bahn2, Streben. Das Vorderfeld wird durch 2 Hindernisbahnen dominiert: Das Rohr (Bahn3) verzeiht vorne wenig und nur der optimale Schlag findet sicher sein Ziel. Der Hochtöter (Bahn 7) ist eigentlich nicht besonders anspruchsvoll. Die bereits angesprochenen Spuren, bei gleichzeitig nicht vorhandenem Rücklauf, sorgen aber für eine eher geringe Assquote. Spektakulär und vor allem laut die Variante an den Passagen: Ein Rundläufer mit schwerem Glasstein gegen die linke Passagenecke. Interessant, wie sich die Bahn dabei innerhalb von 3 Wochen stetig verändert hat. So war es anfangs unmöglich mit einem glatten Stein das notwendige Tempo zu erzielen. Hunderte von Einschlägen an der Bande machten diese aber immer schneller, so dass im Turnier die matten Stein-Varianten häufig sogar überliefen. Nach diversen Ass-Feldern im Mittelfeld, beginnen die Technik-Bahnen mit dem anspruchsvollen Salto (Bahn 12), einer diffizilen Brücke (Bahn 15) und enden schließlich mit einem nicht unkritischen Blitz als Schlussbahn. Bereits im Training zeigte sich, wie schwer hier gleichmäßige Ergebnisse zu erzielen waren. Gute Serien wurden immer wieder durch 24er oder 25er Ausreißer unterbrochen.
Erneut fanden sich an den vorangegangenen Trainingswochenenden nur wenige Mannschaften ein und die Hardenberger konnten in aller Ruhe und unbeobachtet ihr Programm absolvieren. Leider fand der Stein-Schlag schließlich doch seinen Weg in die gegnerischen Teams, die Vorlaufvariante am Winkel (100%) blieb dafür aber unentdeckt und lieferte so wichtige Schläge.
Der Spieltag selbst verlief trotz ordentlicher aber nicht überragender Leistung des Titelverteidigers nach Plan. Zwar lag man nach einer Runde hinter dem Team aus HH-Niendorf auf Rang 2. Bei relativ konstantem Spiel sorgten dann aber die gegnerischen Teams mit ihren Ausrutschern für den am Ende respektabelen Vorsprung von 19 Schlägen. Bei Tempelhof, miserabel in die beiden ersten Runden gestartet und bereits wie der sichere Letzte aussehend, brachte die Auswechslung des indisponierten Jugend-Nationalspielers D. Löschmann die überraschende Wende und dem Team erneut den 3. Tabellenplatz. Mit 8 Punkten Rückstand liegen die Berliner jetzt auf dem 2. Platz der Gesamttabelle und spekulieren vielleicht bereits auf eine EC-Teilnahme. Erneut völlig abgeschlagen, die Mainzer Herren, bei denen nach M. Hermann (96) jetzt auch Jung-Nationalspieler S. Spreier (104) sein erstes sportliches Tief in der „allgemeinen Klasse“ durchlebt. Auch dem erfahrenden Coach B. Szablikowski gelang es diesmal nicht, sein Team aus der Lethargie zu reißen, um doch noch zu punkten.
Das herausragende Ergebnis des Turniers erzielte der Hardenberger Ersatzspieler M. Mann (81), dem nach schwachem Start, mit 5-hoch nach 7 Bahnen, nur noch 3 Fehler unterliefen und der seine Leistung in Runde 4 mit der ersten Turnier-18 auf der Anlage krönte.
Die Damenkonkurrenz verspricht dafür in der laufenden Saison noch spannend zu werden. Aufsteiger Cuxhaven startete überraschend stark und konnte erst in der 2. Hälfte des Turniers durch die Damen aus Göttingen abgefangen werden. Die Titelverteidigerinnen aus Mainz boten eine desolate Leistung – waren am Ende mit Platz 3 knapp vor Bensheim glücklich bedient. Neuer Tabellenführer sind somit die Göttingerinnen. Möve Cuxhaven sammelte wichtige Punkte gegen den Abstieg und das vermeintliche Heimspiel wurde für die Olchinger Damen zur Null-Nummer. Erneut zeigt die erste Damen-Liga schwaches Niveau – Schnitt 24,3. Einzig N. Warnecke (89), vom Aufsteiger Cuxhaven, wusste zu überzeugen.
Wie bereits angesprochen wurde dieser Spieltag auch zur Schiedsrichter-Schulung genutzt. Das somit komplett spielfreie Schiedsgericht (B. Lindner, K. Reinisch, R. Brandt) zeigte sich über den kompletten Turniertag unauffällig präsent und lieferte eine nicht zu beanstandende Leistung ab. Zusammen mit den Rahmenbedingungen einer Indoor-Veranstaltung führte dies zum schnellsten Bundesligaspieltag der Geschichte - bereits nach 8 Stunden konnten Teilnehmer ohne Dopingtest-Probleme die Heimreise antreten.
(Un)sportlich:
Auf Nachfrage, warum die inneren Publikums-Hilfseingänge am Laby nicht verschlossen werden – seit Jahren internationaler Standard – teilt Schiedsrichter K. Reinisch mit: „Beweise mir, wo das im Handbuch steht“. Eins zu Null: Im Spiel Handbuch gegen den gesunden Menschenverstand.
Während eines Gesprächs zwischen einem verunsicherten Aktiven und dem Doping-Beauftragten stellt sich heraus, dass die Einnahme von Beta-Blockern auf Grund der Übernahme der NADA-Richtlinien inzwischen völlig legal ist. Gab es da nicht den einzigen Dopingfall in der Minigolfgeschichte? Ein weiteres Highlight im Kabinett der NADA-Absurditäten.
Restaurant-Empfehlung: Taverna del Sud
Mit aktuell sehr schmackhaften Trüffel-Variationen. Unser Wein-Tip: Pian di Conte IGT – Azienda Agricola Talenti. Ein Cüvee aus Sangiovese, Cabernet, Merlot und Syrah.
Ein besonderer Dank an die Betreiber von Inside Minigolf: Dieses Event hat wirklich Spaß gemacht.
Reisinger Bälle von der Company gespielt:
Rohr: Olten
Passage: Stein
Turm: 13
Winkel (Rücklaufvariante): Remo Zaugg KRR
V: Grünes Band
Mittelkreis: H3
Netz: 15
Salto: Bad Salzuflen Prototyp
Niere: EC Bergheim 2005
Blitz: EC2009 KR
» Ergebnisliste des 2. Spieltags ( PDF, ca. 237 KB)
» Impressionen vom Spieltag |